Zoltán Kazatsay zu Gast beim ESF-Hamburg

14. September 2017

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Zoltán Kazatsay zu Gast beim ESF-Hamburg

Einen Einblick in die Arbeit verschiedener Projekte, die in Hamburg durch den Europäischen Sozialfonds gefördert werden, erhielt der stellvertretende Generaldirektor der Generaldirektion Beschäftigung, Soziales und Integration der Europäischen Kommission Zoltán Kazatsay gemeinsam mit weiteren Gästen der Europäischen Kommission und der ESF-Agentur aus Flandern bei seinem Besuch in der Hansestadt am 14. September 2017.

Die Jugendberufsagentur in Hamburg: „one stop shop“

Zunächst war die Delegation bei der Jugendberufsagentur zu Gast. Sönke Fock, Geschäftsführer der Hamburger Agentur für Arbeit, und Matthias Quaeschning vom Hamburger Institut für Berufliche Bildung stellten Aufbau, Funktionsweise und Ziele der Jugendberufsagentur vor. Als „one stop shop“ arbeiten unter ihrem Dach  alle relevanten Akteure zusammen, die Jugendliche am Übergang von der Schule in den Beruf begleiten. Durch die Zusammenarbeit kann den jungen Menschen zwischen 15 und 25 Jahren individuelle und passgenaue Unterstützung angeboten werden.

Fachveranstaltung von JUGEND AKTIV PLUS: „Zurzeit (nicht) erreichbar?!“

Vor dem Beginn einer Fachveranstaltung des ESF-Projektes „JUGEND AKTIV PLUS“ (JAP) und der Hamburger Behörden trafen die Gäste aus Belgien Hamburgs Sozialsenatorin Dr. Melanie Leonhard. Gemeinsam besichtigten sie die Werkstätten und Schulungsräume des Trägers Beruf und Integration Elbinseln gGmbH, in dessen Räumlichkeiten die Veranstaltung stattfand. Bei der anschließenden Fachveranstaltung betonte Kazatsay in seiner Rede die Bedeutung europaweiter Anstrengungen, um die Jugendarbeitslosigkeit weiter zu senken. Projekte wie JAP, die auch junge Menschen in besonders schwierigen Lebenssituationen erreichten, leisteten einen wertvollen Beitrag zum gemeinsamen Ziel.

Chancengenerator: Perspektiven für junge Geflüchtete

Seit dem März dieses Jahres unterstützt das ESF-Projekt „Chancengenerator“, das die nächste Station der Brüsseler Delegation war, die Jugendberufsagentur bei der beruflichen Integration junger Geflüchteter. Projektleiterin Renata O’Connell erläuterte den Gästen, wie durch eine kontinuierliche, individuelle Begleitung des Einzelnen die Integration in Ausbildung und Arbeit erleichtert werden kann. Ziel sei es, die jungen Menschen bei ihrem Berufs- und Lebensweg zu unterstützen und ihnen eine Berufsperspektive zu eröffnen. Einen lebhaften Eindruck von der Bedeutung des Projektes vermittelten die Gespräche mit Teilnehmenden, die ihre Erfahrungen schilderten.

Servicestelle Arbeitnehmerfreizügigkeit: Gleiche Rechte für jeden

In der Sprache ihres jeweiligen Herkunftslandes werden Bürger anderer EU-Staaten, die in der Hansestadt arbeiten, bereits seit 2012 von der „Servicestelle Arbeitnehmerfreizügigkeit“ zu arbeitsrechtlichen Belangen informiert. Projektleiter Rüdiger Winter traf am Nachmittag mit Zoltán Kazatsay zusammen. Er berichtete, dass die Zugewanderten sich häufig mit der Ausbeutung durch einen Arbeitgeber, mit versicherungsrechtlichen oder sprachlichen Problemen konfrontiert sähen. Mehr als 4.200 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer – vor allem aus Ost- und Südosteuropa – seien bisher durch das ESF-Projekt unterstützt worden. An den Vertreter der EU Kommission richtete Winter den Wunsch nach einer stärkeren EU-weiten Vernetzung von Behörden und Informationsträgern, um die missbräuchliche Ausnutzung der Arbeitnehmerfreizügigkeit noch wirksamer zu verhindern.