ESF-Projekt „Ausbildungserfolg in der Pflege verbessern“ stellt webbasiertes Umfragetool vor

01. Juni 2017

ESF-Projekt „Ausbildungserfolg in der Pflege verbessern“ stellt webbasiertes Umfragetool vor

Was läuft bereits gut? Wo besteht Optimierungsbedarf? Was fehlt? Im Rahmen des ESF-Projektes „Ausbildungserfolg in der Pflege verbessern“ befragt die Albertinen-Schule seit fast drei Jahren ihre Auszubildenden – anonym, über ein webbasiertes Tool. Den Prozess sowie Chancen und Herausforderungen für die Entwicklung des Ausbildungskonzeptes, die sich daraus ergeben, stellten die Beteiligten am 1. Juni 2017 interessierten Vertretern anderer Hamburger Ausbildungsstätten aus dem Pflegebereich vor.

Als Bestandteil des gemeinsamen ESF-Projekts des Albertinen Diakoniewerk e.V. und der Gesundheitswirtschaft Hamburg GmbH stellt die Umfrage an der Albertinen-Schule Informationen zur Zufriedenheit von Pflegeschülerinnen und -schülern zur Verfügung, die über etablierte Rückmeldeverfahren in der Pflegeausbildung hinausgehen, und gibt Aufschluss über mögliche Gründe für frühzeitige Abbrüche. Auf der Basis eines Standard-Tools für Online-Befragungen wurde ein individuell an die Ausbildung in der Albertinen-Schule angepasster Fragenkatalog entwickelt, der für die Teilnehmenden digital zugänglich ist. So, erläuterte Andreas Müller, kämen auch Auszubildende zu Wort, die sonst eher nichts sagen würden.

Im Abstand von jeweils drei Monaten können die Pflegeschülerinnen und -schüler eine Einschätzung der Ausbildungsmodule in Theorie und Praxis – je nach aktuellem Einsatz –, ihrer Qualität sowie der Perspektiven für die spätere Tätigkeit auf dieser Basis geben. Soziodemografische Angaben und die allgemeine Ausbildungszufriedenheit ergänzen den Katalog. Neben Bewertungsskalen, die die Zustimmung zu Aussagen erfassen, sind zu verschiedenen Aspekten auch persönliche, detaillierte Schilderungen durch Freitext-Antworten vorgesehen.

An beispielhaften Kritikpunkten wurde erläutert, wie die Beurteilungen in die Konzeption der Ausbildung einfließen. Die Auswertung offenbarte etwa ein großes Interesse der Pflegeschülerinnen und -schüler am Thema Kinderkrankenpflege, das durch die bisherige Struktur der Ausbildung nicht adäquat abgedeckt wurde. In der Konsequenz wird dieser Aspekt nach curricularer Anpassung im Unterricht stärker berücksichtigt. Wichtig sei es, darauf wies Qualitätsmanager Tom Krause hin, sich bei der Auswertung nicht auf Momentaufnahmen zu fokussieren, sondern die Ergebnisse langfristig zu betrachten. Stabile Trends, das allgemeine Zufriedenheitsniveau und im Verlauf auch die Effekte von Maßnahmen seien wichtige Aspekte.

Technisch, auch das wurde im Rahmen der Präsentation deutlich, sind das Aufsetzen und die Durchführung der Umfrage gut zu bewältigen. Der leichte Zugang ist Marcus Falke wichtig: „Was in der Albertinen-Schule entwickelt wurde, kann und soll auch auf andere Pflege-Schulen übertragen werden.“

Mit bisher zwei weiteren Pflegeschulen wurde ein Folgetermin vereinbart, um die Möglichkeiten einer Kooperation zu besprechen. Diese würde einen anonymen Vergleich der Befragungsergebnisse erlauben, der für die beteiligten Einrichtungen wertvolle Hinweise für die Weiterentwicklung der Pflegeausbildung geben könnte. Weitere Pflege-Schulen sind eingeladen, sich den Gesprächen und einer Zusammenarbeit anzuschließen.