ESF-Fachveranstaltung des Projekts "CatchUp"

21. Mai 2019

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ESF-Fachveranstaltung des Projekts "CatchUp"

Das ESF-Projekt "CatchUp - psychologische Unterstützung" existiert seit dem 01.01.2017. Das Projekt richtet sich an nicht mehr schulpflichtige junge Erwachsene im Alter zwischen 18 und 25 Jahren, die sich im Regelsystem der Jugendberufsagentur bzw. der Hamburger Trägerlandschaft befinden und bei denen psychische Auffälligkeiten festgestellt wurden.

Im Laufe der Projektlaufzeit zeigte sich in den verschiedenen Institutionen ein steigender Bedarf an fachlichem Austausch und fachlicher Unterstützung bei der Begegnung mit psychisch belasteten Jugendlichen. Die ESF-Fachveranstaltung des Projekts "CatchUp - psychologische Unterstützung" und der Behörde für Arbeit, Soziales, Familie und Integration am 21. Mai 2019 diente zum einen der Vorstellung der Projektergebnisse und zum anderen dem fachlichen Austausch zum Thema „Psychische Auffälligkeiten bei jungen Erwachsenen unter 25 Jahren“.

Nach der Begrüßung aller Gäste durch den Moderator Olav Meyer-Sievers wurde die Veranstaltung durch die Grußworte von Martin Weber, Leiter der Abteilung Arbeitsmarktpolitik, Behörde für Arbeit, Soziales Familie und Integration und Prof. Dr. habil. Sören Schmidt, Hochschule Fresenius, Angewandte und Klinische Psychologie, eröffnet. Für einen Impulsvortrag zum Arztreport 2018 war Frank Liedtke, Landesgeschäftsführer der BARMER Hamburg, geladen, der in seiner Präsentation insbesondere die psychischen Erkrankungen junger Menschen im Alter von 18 bis 25 Jahren darstellte. Aus dem Arztreport 2018 wurde deutlich, dass die psychischen Erkrankungen bei Jugendlichen zwischen 18 und 25 Jahren zugenommen haben und dies nicht nur die Betroffenen belastet, sondern gleichermaßen auch die Gesellschaft. Im Vergleich zum Bundesgebiet ist der Anteil Jugendlicher mit psychischen Belastungen in Hamburg überdurchschnittlich hoch.

Diese Entwicklung spiegelt sich auch in den bisherigen Ergebnissen des Projekts „CatchUp“ wider, die Stefan Dükomy und Katharina Kalbouni dem Publikum vorstellten. Für die gesamte Projektlaufzeit, also bis zum 31.12.2020, sei man von 600 Anfragen ausgegangen. Bis Ende 2018 waren es bereits 698 Anfragen, von denen 348 Ratsuchende eine positive Veränderung verzeichnen konnten, weitere 192 Ratsuchende seien noch aktiv im Prozess und 158 Ratsuchende hätten aufgrund ihrer mangelnden, freiwilligen Mitwirkung den Beratungsprozess vorzeitig beendet. Zudem kamen zwei ehemalige Ratsuchende zu Wort, die die Arbeit des CatchUp-Teams aus ihrer Sicht schilderten und mitteilten, wie wichtig und bedeutend diese Unterstützung für ihr Leben und ihre Zukunft sei.

Nach einer kurzen Kaffeepause fanden sich die Tagungsteilnehmer in zwei Gruppen zusammen, die in zwei Durchgängen sich jeweils zu den Themen "OpenSpace zu administrativen und bürokratischen Möglichkeiten und Hürden für psychologische Beratung im arbeitsmarktpolitischen Kontext. Was hilft und was hindert?" und "Fallorientierter OpenSpace bezogen auf die praktische Umsetzung psychologischer Unterstützung im arbeitsmarktpolitischen Kontext. Was hilft und was hindert?" austauschen konnten.

„Die Teilnehmenden empfanden die Gruppenarbeit und die Möglichkeit des fachlichen Austauschs als sehr hilfreich und wünschen sich für die Zukunft eine bessere Vernetzung zwischen den einzelnen Institutionen, um so den betroffenen Jugendlichen noch besser helfen zu können“, zog Kalbouni ein kurzes Resümee aus der Veranstaltung. Aus diesem Grund soll bis zum Jahresende ein „Runder Tisch“ für einen regelmäßigen Austausch entstehen.