Fachkräfteintegration in Hamburg gemeinsam stärken

Eine Informations- und Diskussionsveranstaltung des ESF-Projektes „your way: make it in Hamburg“

Fachkräfteintegration in Hamburg gemeinsam stärken

Seit knapp vier Monaten ist „your way: make it in Hamburg“ in Trägerschaft von Arbeit und Leben Hamburg Anlaufstelle für Menschen, die aus dem Ausland in die Hansestadt kommen und hier arbeiten möchten. Im Rahmen einer Infoveranstaltung stellte sich das Projekt Ende April mit seinen Aufgaben und Zielen vor und lud Kooperationspartner zur Diskussion über Chancen und Herausforderungen für qualifizierte Zugewanderte und Unternehmen. 

Im Anschluss an die Begrüßung durch Sonja Olejak, Abteilungsleiterin Mobilitätsagentur, Arbeit und Leben Hamburg, die einen kurzen Überblick über die Arbeit der ersten Wochen gab, umriss Leena Graeger (Behörde für Arbeit, Soziales, Familie und Integration Hamburg, Arbeitsmarktintegration von Geflüchteten und Zuwanderern) die Einbindung des ESF-geförderten Projektes in das Hamburg Welcome Center und die Anlaufstelle W.I.R – work & integration for refugees.

Fanny Jouvenelle, Projektleiterin von „your way: make it in Hamburg“, erläuterte den etwa 40 Gästen im KLUB am Besenbinderhof die konkrete Arbeitsweise des Projektes und wies darauf hin, dass vor allem Betriebe mit Interesse und Engagement eine wichtige Voraussetzung für das Gelingen der Aufgabe seien. Ein Aspekt, der auch in der späteren Podiumsdiskussion, die von Tilly Dyga („your way: make it in Hamburg“) moderiert wurde, immer wieder in den Vordergrund rückte: Die Arbeitgeber müssten für das Potenzial ausländischer Fachkräfte sensibilisiert werden, beschrieb Florian Krinz seine Erfahrungen. Für die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) hatte Krinz in den Jahren 2014 bis 2016 das Vorgängerprojekt „make it in Hamburg“ geleitet. Ein erster Schritt in die richtige Richtung, so Alev Gürbalkan, Integrationsbeauftragte beim Asklepios Klinikum Harburg, sei „dass ich da bin.“ Noch kenne sie kein Unternehmen, das eine vergleichbare Position etabliert habe. Doch der Bedarf sei eindeutig, die Zahl der Mitarbeitenden mit Migrationshintergrund in der Pflege groß: Fehlten sie, könne die Pflege nicht geleistet werden.

Die Bedeutung von Unterstützungsangeboten für Neuankömmlinge in der Stadt unterstrich Saranda Dos Santos. Die Projekteinkäuferin bei Siemens kam 2012 aus Frankreich in die Hansestadt und nutzte das Bewerbungs- und Telefontraining von „make it in Hamburg“. Die Sprache, so schilderte sie, sei anfangs die größte Hürde gewesen. Das bestätigte auch Sirpa Junge. Die gebürtige Finnin schult „your way“-Teilnehmende im Telefontraining. Zugewanderte stünden vor einer Fülle an Herausforderungen: das Leben im neuen Umfeld zu organisieren, sich um die Familie zu kümmern, die Sprache zu erlernen und sich beruflich zu orientieren. Die Leistung, dies alles zu bewältigen, rücke sie ebenso wie die hohe interkulturelle Kompetenz in den Fokus der Teilnehmer/innen – um ihnen ihre Stärken bewusst zu machen. Unternehmen das Potenzial der Mitarbeiter/innen aus dem Ausland vor Augen zu führen und Berührungsängste abzubauen, ist das Anliegen von Lil-Ann Schönfeld, die als Bildungsreferentin, Fachstelle Migration und Vielfalt, Arbeit und Leben Hamburg, Firmen bei der Einstellung von Menschen mit Migrationshintergrund unterstützt. Immer mehr Unternehmen, so berichtete sie, öffneten sich – doch das komme auch sehr auf die Branche an. 

Die anschließende lebhafte Diskussion mit dem Publikum unterstrich das große Interesse der Fachleute aus verschiedenen Bereichen am Thema der Integration zugewanderter Fachkräfte. „Wir freuen uns, dass wir unser Projekt so vielen interessierten Partnern und Partnerinnen vorstellen konnten. Beim Podiumsgespräch hat sich gezeigt, wie wichtig eine gezielte Fachkraftstrategie und gute Beratung sowohl für Firmen als auch für zugewanderte Menschen sind“, resümierte Fanny Jouvenelle.