Sprungbrett in die Ausbildung
In „Meine Chancen in Hamburg“ stellen sich ehemalige Teilnehmende aus den aktuellen Hamburger ESF-Projekten vor.
Im Sommer 2022 kam Hamid M. aus Afghanistan nach Hamburg. Der heute 23-Jährige hatte keinen Schulabschluss und wusste nicht, wie er sich in Deutschland ein Leben würde aufbauen können.
Zunächst lernte Hamid, der bereits vier andere Sprachen beherrschte, die Sprache seines neuen Zuhauses. Auf seinem weiteren Weg wurde er durch das ESF Plus geförderte Projekt „Übergang in Ausbildung und Arbeit (ÜAA)“ begleitet und freut sich nun auf den Start in seine Ausbildung. „ÜAA“ unterstützt neu Zugewanderte und junge Erwachsene in schwierigen Lebenssituationen bei der Vorbereitung und Qualifizierung für eine berufliche Tätigkeit durch ein ganztägiges, duales Bildungsangebot, das schulische Grundbildung, berufliche Orientierung und Sprachförderung vereint.
Wie sind Sie eigentlich zu dem Projekt gekommen?
Als ich nach Hamburg kam, wusste ich erst nicht, wie es weitergehen könnte. Welchen Weg könnte ich einschlagen? Als erstes habe ich dann die Sprache gelernt und meinen B1-Abschluss gemacht. Bei der Jugendberufsagentur wurde ich dann über das Projekt und sein Angebot informiert und konnte Anfang 2025 dort starten.
Was haben Sie in dem Projekt gelernt?
Ich wurde Schritt für Schritt auf eine Ausbildung vorbereitet und bin selbständiger und sicherer geworden. Wir hatten in jeder Woche drei Tage Unterricht und zwei Tage praktische Arbeit im Betrieb. Ich habe erfahren, wie ich mich um Praktika bewerbe und dann in verschiedenen Betrieben Praktika gemacht. Wichtig war auch, zu lernen, wie ein Arbeitstag zeitlich abläuft, und wie man mit Menschen umgeht – und wie man im Leben einen Weg findet!
Was haben Sie seither umgesetzt?
Als ich nach Deutschland kam, wollte ich Elektroniker werden, das war ein unrealistischer Traum. Ich hatte keinen Abschluss und die deutsche Sprache ist so schwierig. Im Projekt habe ich langsam den Glauben gefunden, dass ich besser werden kann. Ich habe erst ein Praktikum als Friseur gemacht, dann eins als Einzelhandelskaufmann. Dabei habe ich viel gelernt und angewandt. Die Erfahrungen aus den Praktika werden mir auch weiter nützen. Inzwischen habe ich meinen ESA (Anm. der Red: Erster allgemeinbildender Schulabschluss) bekommen. Und ich habe weiter an mein Ziel geglaubt. Nun starte ich in eine Ausbildung als Elektroniker!
Was hat Ihnen am meisten gefallen?
Ich habe neue Menschen kennengelernt und viel Erfahrung gesammelt. Auch die Hilfe mit Behörden, amtlichen Briefen und so weiter war sehr wichtig. Uns wurde der Glaube gegeben, dass wir etwas machen können! Es war so, als wenn du einen Weg in einem Spiegellabyrinth suchst, und dann findest du die richtige Tür!
Was wünschen Sie sich für Ihre berufliche Zukunft?
Ich möchte eine abgeschlossene Ausbildung haben, eine Familie aufbauen und eine eigene Firma aufmachen. Dort möchte ich dann auch anderen eine Chance geben!
Wir bedanken uns für das Interview! Weitere Informationen zum Projekt „Übergang in Ausbildung und Arbeit“ finden Sie auf der ESF-Webseite sowie auf der Webseite des Projekts.