Erkan Yavuz hat mit Unterstützung von „Lokal Chance +“ viele Hürden genommen

In „Meine Chancen in Hamburg“ stellen sich ehemalige Teilnehmende aus den aktuellen Hamburger ESF-Projekten vor.​​​​​​​ 

Erkan Y. in "Meine Chancen in Hamburg"

Die Liebe zur Gastronomie wurde ihm quasi mit in die Wiege gelegt: Erkan Yavuz' Vater betrieb mehrere Jahrzehnte lang ein eigenes Lokal. Der Sohn lernte die Abläufe hinter den Kulissen früh kennen, jobbte während der Schulzeit in verschiedenen Läden und lernte viel. Seit 2015 serviert der 38-jährige in seinem Restaurant „Morgenland“ in Barmbek orientalische Spezialitäten mit Einflüssen aus aller Welt. Das ESF-Projekt „Lokal Chance +“, getragen durch den Verein Unternehmer ohne Grenzen e.V., unterstützte den Unternehmer beim Start und begleitete ihn auch bei den nächsten Schritten. Etwa, als er mitten in der Pandemie auch eine Bar eröffnete.
 

Wie ich zu dem Projekt gekommen bin ...

Nach der Schule habe ich zunächst BWL studiert, habe das sehr schnell in fünf Semestern durchgezogen, und danach einige Praktika in der Gastro gemacht. Gegen den Rat meines Vaters, der den anstrengenden Alltag als Gastronom nur zu gut kannte, reifte der Plan, hier in Barmbek, wo ich groß geworden bin, ein eigenes Restaurant zu eröffnen. 2014 stand mein finales Konzept und ich konnte den Laden, in dem heute das „Morgenland“ ist, anmieten. Ich bin ein Perfektionist und habe sehr lange renoviert, alles so gestaltet, wie ich es mir wünsche, und an der Speisekarte gearbeitet. Eines Tages stand Celal Cengiz, der Projektleiter  von „Lokal Chance +“, in der Tür. Die Projektmitarbeitende sind im Viertel unterwegs und gehen aktiv auf die Unternehmer und Unternehmerinnen hier zu. Zum Glück! Denn mein Projektleiter hat mir eine realistische Frist gesetzt und darauf gedrängt, dass ich eröffne, statt die Vorbereitungen endlos immer weiter zu perfektionieren.

Was ich im Projekt gelernt habe ...

Als Jungunternehmer weiß man vieles zunächst einfach nicht. Dann ist es gut und wichtig, jemanden an Deiner Seite zu haben, der Dir sagt, was Du beachten musst, und Dich bei der Umsetzung unterstützt. Dass das Personal eine Schulung braucht, dass behördliche Kontrollen stattfinden werden und welche Dokumente dafür vorbereitet sein sollten zum Beispiel.

Was ich seither umgesetzt habe ...

Lokal Chance + hat mich nicht nur mit wichtigen Ratschlägen und Tipps begleitet, sondern zum Beispiel auch die Schulungen für mein Team organisiert und mir geholfen, erforderliche Maßnahmen in die Praxis umzusetzen.

Was ich jetzt mache ...

Als Barmbeker Jung fand ich, dass hier im Viertel eine Bar fehlte. Darum habe ich, auch wenn ich durch das „Morgenland“ schon stark ausgelastet bin, gemeinsam mit einem Freund, der Barkeeper ist, vor einigen Monaten das „Wohnzimmer“ eröffnet.

Was mir am meisten gefallen hat ...

Es sind sehr nette Leute im ESF-Projekt, die mir sehr geholfen haben.

Was ich ich mir für meine berufliche Zukunft wünsche ...

Neue Wege funktionieren, wenn man dranbleibt und Unterstützung hat. Ich wünsche mir, dass das für mich auch in Zukunft so sein wird.

Das Projekt „Lokal Chance +“ wurde im Zeitraum 01.01.2017 – 31.12.2020 durch den Europäischen Sozialfonds und die Freie und Hansestadt Hamburg gefördert. Seit dem 1. Januar 2021 qualifiziert das REACT-EU geförderte Projekt „LokalAktiv“ Inhaber:innen von kleinen- und mittleren Unternehmen, deren Beschäftigte sowie Selbständige und Gründer:innen, insbesondere mit Migrationshintergrund.​​​​​​​

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