Mit Unterstützung von „PerLe“ fand Gadzhiev für sich einen neuen beruflichen Weg

In „Meine Chancen in Hamburg“ stellen sich ehemalige Teilnehmende aus den aktuellen Hamburger ESF-Projekten vor.​​​​​​​ 

Herr Gadzhiev in "Meine Chancen in Hamburg" | ESF

Mit hoher Motivation und Flexibilität verfolgt Gadzhi Gadzhiev seinen beruflichen Weg. Das Angebot „PerLe II“ des ESF-geförderten Projekts „Chancen am FLUCHTort Hamburg Plus“, das sich an Geflüchtete richtet, hat seinen Einstieg unterstützt. 

In Magdeburg geboren, in Russland aufgewachsen: Als Gadzhi Gadzhiev 2019 mit seiner Familie nach Deutschland zurückkehrte, musste er sich beruflich vollständig neu orientieren. Das in Russland erworbene Juradiplom des 33-Jährigen wurde in Deutschland nicht anerkannt. Mit Unterstützung des Teilprojekts „PerLe II – Perspektiven für ein Leben in Hamburg“ des ESF-Projekts „Chancen am FLUCHTort Hamburg“ fand Gadzhiev für sich einen neuen beruflichen Weg, dem er motiviert und zielstrebig folgt.

Wie ich zu dem Projekt gekommen bin ...

Zunächst habe ich den Integrationskurs bis zum Sprachniveau B1 gemacht. Im Flüchtlingszentrum hat man mir die Broschüre von „PerLe II“ gegeben, ich habe dann mit der Projektleitung Barbara Feige telefoniert und mich informiert. Eine Woche nach der B1-Prüfung habe ich mich bei „PerLe II“ für das dreimonatige Kommunikationstraining zur Vorbereitung auf den Arbeitsmarkt und zwei Workshops angemeldet.

Was ich im Projekt gelernt habe ...

Vor Beginn der Pandemie hatten wir einen Monat lang Präsenzveranstaltungen, danach haben wir online weitergelernt. Da es in meiner Unterkunft kein funktionierendes W-LAN gab, musste ich über mobile Daten über mein Handy teilnehmen. Das Netz war oft nicht stabil, das hat es für mich sehr schwierig gemacht. Aber ich bin froh, dran geblieben zu sein. In den insgesamt drei Monaten habe ich gelernt, wie man Bewerbungen schreibt, ein Vorstellungsgespräch per Videochat führt und dabei seine Stärken und auch Schwächen, aber eben nicht wie ein „Minus“, zeigt. Wir haben gelernt, wie man in der Arbeitswelt kommuniziert, zum Beispiel wie korrekt gemeldet wird, wenn jemand krank ist. Über Hamburg und das Leben in dieser Stadt haben wir auch viel erfahren. Zu allen Themen wurden Aufgaben gemacht, auch online, und unsere Lehrerin hat uns geprüft.

Was ich seither geändert habe ...

Ich wollte eigentlich Fahrradmechatroniker werden, da ich an diesem Bereich großes Interesse habe. Aber ich habe früher auch als Helfer auf dem Bau gearbeitet. Nach einem beruflichen Einstiegskurs habe ich mehrere Bewerbungen geschrieben und mich auch für eine Ausbildung als Fliesenleger beworben.

Was ich jetzt mache ...

Aus dem Ausbildungszentrum Bau habe ich eine Zusage für eine elfmonatige Maßnahme bekommen und mich für diesen Bereich entschieden. Zurzeit bin ich an drei Tagen in der Woche im Betrieb und an den anderen Tagen im Ausbildungszentrum. Im September starte ich hoffentlich mit meiner Ausbildung als Fliesenleger.

Was mir am meisten gefallen hat ...

Nach der Zeit bei „PerLe II“ hatte ich noch Kontakt zu anderen ehemaligen Teilnehmern. Wir haben uns oft erinnert und nur gute Worte gefunden, alle anderen sehen es genauso positiv wie ich. Für uns war besonders die freundliche Atmosphäre bei „PerLe II“ gut und hilfreich. Wir sind Schritt für Schritt vorgegangen, die Aufgaben waren hilfreich und oft spielerisch, so dass sie sich gut bearbeiten ließen. Und die digitale Umstellung hat gut geklappt.

Was ich ich mir für meine berufliche Zukunft wünsche ...

Ich möchte meine Ausbildung zu Ende machen, ein bis zwei Jahre arbeiten und dann eine eigene Firma gründen. Das ist mein Plan für die Zukunft.


Das Projekt „PerLe“ endete am 31.12.2020. Das Projekt „Auf gutem Grund – Bildung und Beruf am FLUCHTort“ unterstützt Geflüchtete mit Qualifizierungsangeboten sowie bei der Suche nach einer passenden Ausbildung oder Beschäftigung.