Charlotte Ruhmlieb: „Es ist wichtig, seine Potentiale zu kennen.“

In „Meine Chancen in Hamburg“ stellen sich ehemalige Teilnehmende aus den aktuellen Hamburger ESF-Projekten vor.​​​​​​​ 

Charlotte Ruhmlieb: „Es ist wichtig, seine Potentiale zu kennen.“

Als Doktorandin der Chemie forscht Charlotte Ruhmlieb an der Uni Hamburg. Im Rahmen eines Stipendiums von Pro Exzellenzia 4.0 erarbeitete sie sich neue Techniken, um ihre Kompetenzen zu entwickeln.

Wie ich zu dem Projekt gekommen bin...

Mein erster Kontakt zu diesem großartigen Projekt liegt erst zwei Jahre zurück: Über die News der Stabsstelle Gleichstellung bin ich auf die Veranstaltungsreihe „Pro Exzellenzia meets MIN“ aufmerksam geworden. Ganz besonders habe ich mich für das in diesem Rahmen angekündigte Lunch-Meeting „Den eigenen Weg finden … und Professorin werden“ interessiert und habe mich schließlich dafür angemeldet. Nach den sehr spannenden Berichten der eingeladenen Hamburger Professorinnen über ihre Karrierewege habe ich beim anschließenden gemeinsamen Lunch die Bekanntschaft zu einigen Stipendiatinnen von Pro Exzellenzia 4.0 machen dürfen – und war begeistert! Die charismatischen jungen Frauen aus den unterschiedlichsten Fachgebieten haben lebhaft von dem vielschichten Programm, ihren persönlichen Fortschritten und klaren beruflichen Zielen berichtet. Als Doktorandin der Chemie, die sich frühzeitig für eine akademische Laufbahn entschieden hat, stellte sich Pro Exzellenzia 4.0 sofort als die ideale Unterstützung meiner Person und meiner beruflichen Karriere dar. Daher habe ich mich beworben. Seit Januar 2019 werde ich als Stipendiatin von Pro Exzellenzia 4.0 gefördert und darf vom umfangreichen Angebot des Programms profitieren.

Was ich im Projekt gelernt habe...

Neben der finanziellen Unterstützung setzt sich die Begleitung und Unterstützung durch Pro Exzellenzia 4.0 zusammen aus auswählbaren Workshops, Einzelcoachings, Stipendiatinnentreffen sowie dem Besuch von (Vortrags-)Veranstaltungen. Der Umfang des Gelernten lässt sich in der Kürze kaum abbilden, daher beschränke ich mich auf die übergeordneten Erkenntnisse, die ich während der Zeit bei Pro Exzellenzia 4.0 sammeln durfte. Erstens: Es ist wichtig, seine Potentiale zu kennen. Doch ich halte es für noch wichtiger, zu wissen, wie man aus diesen Potentialen schöpfen kann, d.h. Werkzeuge zu kennen, um stets das beste Ergebnis für sich zu erzielen. In den Workshops habe ich viele solcher Werkzeuge kennengelernt, z.B. das Einsetzen der Stimme und der Körpersprache, auf die ich zurückgreifen kann. Natürlich sollte man nicht davon ausgehen, dass die erarbeiteten Techniken und Methoden von heute auf morgen in Perfektion umgesetzt sind. Damit das Werkzeug seine Wirkung entfalten kann, braucht es viel Übung. Kompetenzentwicklung ist schließlich ein Prozess. Und dieser Prozess ist besonders effektiv, wenn man sich selbst kritisch reflektiert, seinen Optimierungsbedarf differenziert registriert und offen dafür ist, sich zu korrigieren und schließlich Schritt für Schritt zu verbessern. Zweitens: Es gibt nicht den all-inclusive Workshop. Es lohnt sich, verschiedene Workshops mit einem thematischen Überlappungsbereich zu besuchen. Dies ist mir bei den Workshops zum übergeordneten Thema „Führungskompetenzen“ aufgefallen. Erst die sinnvolle Kombination der verschiedenen Schwerpunkte ergibt das große Ganze. Drittens: Die Macht des Netzwerkens ist nicht zu unterschätzen. Dies ist mir während der Begleitung und Unterstützung durch Pro Exzellenzia 4.0 bewusster geworden.

Was ich geändert/umgesetzt habe...

Ich versuche das in den Workshops Gelernte im Alltag anzuwenden, sodass ich die vermittelten Techniken zukünftig sicher und intuitiv anwenden kann. Was ich bisher z.B. sehr bewusst geändert bzw. umgesetzt habe ist, mein Gespür für Situationen auch zu nutzen und Gelegenheiten nicht nur zu erkennen, sondern auch den Mut zu haben, diese zu ergreifen.

Was ich jetzt mache...

Aktuell befinde ich mich in der finalen Phase meiner Promotion an der Universität Hamburg und habe die vielversprechende Aussicht auf einen Postdoc-Aufenthalt im Ausland.

Was mir am Projekt am meisten gefallen hat...

Die sehr praktisch ausgelegten Workshops, geleitet durch Fachexpertinnen mit spürbarer Erfahrung im Coaching, haben mir sehr gut gefallen. Hierzu beigetragen haben auch die stets angenehme Atmosphäre und der respektvolle Umgang unter den Workshop-Teilnehmerinnen. Der rege Austausch unter den Frauen gab den Veranstaltungen immer eine besondere Dynamik, die inspirierend auf mich wirkte. Hervorzuheben sind auch die persönlichen Einzelcoachings, in denen sehr individuell meine persönliche Karriere- und Kompetenzentwicklung reflektiert wurde. Auch den persönlichen Kontakt zu der engagierten Projektleiterin Doris Cornils, der ebenso sympathischen Projektkoordinatorin Nele Gerkens sowie der hilfsbereiten Projektassistenz Lina-Josephine Berte, habe ich sehr zu schätzen gewusst.

Was ich mir für meine berufliche Zukunft wünsche...

Ich wünsche mir für meine berufliche Zukunft, dass meine Forschung zur Plasma-unterstützen Nanostruktursynthese erfolgreich ist und lobende Anerkennung beim Fachpublikum findet. Zu meinen Wünschen gehört auch die weitere Finanzierung meiner Forschung, und dass ich eventuell die Gelegenheit haben werde, in Haupt-Verantwortung eine eigene Arbeitsgruppe zu leiten. In diesem Zusammenhang möchte ich gerne anderen Frauen ein Vorbild sein und sie dazu inspirieren, eine wissenschaftliche Karriere anzustreben.