Serife Arora hilft Familien mit Migrationshintergrund

In „Meine Chancen in Hamburg“ stellen sich ehemalige Teilnehmende aus den aktuellen Hamburger ESF-Projekten vor.​​​​​​​ 

Serife Arora hilft Familien mit Migrationshintergrund

Serife Arora hilft Familien mit Migrationshintergrund, die Bildungslaufbahn ihrer Kinder aktiv zu gestalten. Sie kennt die Hürden, die sich vor Familien mit Migrationshintergrund im deutschen Kita- und Schulsystem auftun: Serife Arora wollte schon lange anderen dabei helfen, sie leichter zu überwinden. Als Elternlotsin im ESF-geförderten Projekt „Frühstart für Erfolg +“ unterstützt die 39-jährige Rechtsanwalts-Fachangestellte, die als Jugendliche aus der Türkei nach Deutschland kam, Familien im Austausch mit Kita, Schule und Behörden, öffnet Türen und zeigt Wege auf.


Wie ich zu dem Projekt gekommen bin...
Eine Bekannte von mir war bereits als Elternlotsin tätig. Wir kamen ins Gespräch, da ich eine Möglichkeit gesucht habe, mich ehrenamtlich für Familien zu engagieren. Sie fand, dass ich gut in das Projekt passe – auch, da ich gern im Kontakt mit anderen Menschen bin. Im Februar 2019 habe ich eine Infoveranstaltung von Frühstart für Erfolg + besucht und mich danach sofort angemeldet.

Was ich im Projekt gelernt habe...
Im März habe ich dann die Qualifizierung begonnen. Zwei Monate lang habe ich zwei Mal in der Woche vormittags an einem Seminar teilgenommen. Das ließ sich auch sehr gut mit der Betreuung meiner Kinder vereinbaren. Ich habe sehr viel über die Mitbestimmungs- und Gestaltungsmöglichkeiten von Eltern in Kita und Schule gelernt, über Rechte der Eltern und über Ansprechpartner, wie etwa den Elternrat, Behörden und das Jugendamt. Für Familien mit Migrationshintergrund kann es zum Beispiel auch wichtig sein, zu wissen, dass sie im Dialog mit der Kita oder Schule einen Dolmetscher hinzuziehen dürfen. Oft nehmen die Eltern ihre Kinder als Übersetzer mit zu Gesprächen oder gehen erst gar nicht hin, weil die Hürden für sie einfach zu hoch scheinen. Zu wissen, welche Rechte und Möglichkeiten es gibt, verändert vieles positiv.   

Was ich jetzt mache...
Inzwischen habe ich als Elternlotsin verschiedene türkische und bulgarische Familien begleitet, habe bei der Kitasuche geholfen, beim Wechsel einer Schulklasse und bei der Vorbereitung von Gesprächen in der Schule. Wir sprechen mit den Eltern in der Sprache ihres Herkunftslandes, informieren umfassend, nehmen Ängste, geben Sicherheit – und helfen ihnen so, die Laufbahn ihrer Kinder in Kita und Schule aktiv mitzugestalten. Ich leite außerdem das „Frauencafé Feuervogel“ im Harburger Phönix-Viertel. 

Was mir am Projekt am meisten gefallen hat...
Im Projekt finde ich immer ein offenes Ohr und Unterstützung. Hier ist vieles möglich!
Ich bin als Jugendliche nach Deutschland gekommen, hatte zuvor in der Türkei fünf Jahre lang die Grundschule besucht. Hier habe ich dann die weiterführende Schule  und die Handelsschule besucht, habe eine Ausbildung zur Rechtsanwalts-Fachangestellten gemacht. Ich habe viel erreicht und dabei auch immer viel Hilfe bekommen. Dass ich das und den Mut, den ich dadurch gewonnen habe, durch „Frühstart für Erfolg +“ nun an andere weitergeben kann, finde ich großartig.

Was ich mir für meine berufliche Zukunft wünsche...
Ich möchte auch hauptamtlich mit Menschen arbeiten und ihnen helfen, darum wünsche ich mir eine berufliche Tätigkeit im sozialen Bereich – sei es als Quereinsteigerin, durch Umschulung oder Weiterbildung.