„Meine Chancen in Hamburg“

In „Meine Chancen in Hamburg“ stellen sich ehemalige Teilnehmende aus den aktuellen Hamburger ESF-Projekten vor.

„Meine Chancen in Hamburg“

Die gebürtige Polin Karolina Prusak war bereits mehrere Jahre als Reinigungskraft für ein Hamburger Unternehmen tätig, als ein Inhaberwechsel für sie und ihren dort ebenfalls tätigen Partner zu massiven Missständen führte. Die ESF-geförderte „Servicestelle Arbeitnehmerfreizügigkeit“ unterstützte die 36-Jährige bei der Durchsetzung ihrer Rechte.

Wie ich zu dem Projekt gekommen bin
Durch einen Zufall: Ich war mit meiner Schwiegermutter bei einer Beratungsstelle und habe dort den Flyer der Servicestelle gefunden. Dort wurde genau die Unterstützung dargestellt, die ich benötigte.

Was ich dank des Projekts gelernt habe
Meine Tätigkeit für ein Reinigungsunternehmen lief viele Jahre reibungslos, bis der Inhaber wechselte. Er beendete im vergangenen Oktober meinen Reinigungseinsatz für ein Objekt und sagte mir zu, dass ich in Kürze ein neues erhalten solle. Als Wochen vergingen, ohne dass ich eine neue Aufgabe bekam, habe ich ihn gebeten, mir entweder die Kündigung schriftlich zu übergeben oder mir ein neues Objekt zuzuweisen. In einem Gespräch Ende 2018 versuchte mein ehemaliger Arbeitgeber, mir die rückwirkend datierte Kündigung zu überreichen, was bedeutet hätte, dass ich die Sozialleistungen für diese Zeit selber hätte zahlen müssen. Die Servicestelle Arbeitnehmerfreizügigkeit hat mich umfassend informiert und unterstützt und in Kooperation mit der Bucerius Law School schließlich eine Klage eingereicht. Ich habe gelernt, dass ich mit Erfolg für meine Rechte kämpfen kann!

Was das Projekt bewirkt hat
Das Gericht entschied, dass mein ebenfalls betroffener Partner und ich bis Ende Januar 2019 sozialversicherungspflichtig eingestellt waren.

Was ich jetzt mache
Um meine beruflichen Perspektiven zu verbessern, benötige ich nun in erster Linie bessere sprachliche Kenntnisse. Das wird der nächste Schritt, der vor allen anderen erfolgen wird!

Was mir am meisten gefallen hat
Nach der ersten Auseinandersetzung mit meinem ehemaligen Arbeitgeber zu wissen, da ist professionelle Hilfe! Wir müssen das nicht allein schaffen.

Was ich mir für meine berufliche Zukunft wünsche
Ich bin ausgebildete Bautechnikerin und träume davon, Eisenbahnbrücken und Eisenbahnlinien zu bauen – das ist mein Fachgebiet. Und mit besseren Deutschkenntnissen hoffe ich, das zu erreichen oder zumindest einen interessanten Job auszuüben.