Europa in meiner Region

Open-Project-Day bei den ESF-Projekten „come in“ und „Jugend Aktiv Plus“

Europa in meiner Region

Hamburg, 26. Mai 2016. Europaweit öffnen den ganzen Mai hindurch EU-geförderte Projekte ihre Türen. Für die Hamburger Behörde für Arbeit, Soziales, Familie und Integration (BASFI) Anlass, im Rahmen der Aktionstage „Europa in meiner Region“, zwei der insgesamt 40 durch die Freie und Hansestadt Hamburg und den Europäischen Sozialfonds (ESF) geförderten Projekte vorzustellen: „come in“ (Träger GSM Training & Integration GmbH) und „Jugend Aktiv Plus“ (Träger Johann Daniel Lawaetz-Stiftung). Zu Gast am gestrigen Tag war auch die Sozialsenatorin Melanie Leonhard, die sich direkt vor Ort ein Bild von den Initiativen machte.

Bereits seit mehreren Jahren engagiert sich die BASFI mit Mitteln des ESF für die Einbindung von jungen Menschen mit besonderen Herausforderungen in den Hamburger Arbeitsmarkt. Auf welche Weise „come in“ und „Jugend Aktiv Plus“ die Arbeit der Jugendberufsagentur unterstützen und welche Themen die Teilnehmenden besonders bewegen, erfuhren Senatorin Melanie Leonhard und die diesjährige Vorsitzende des Koordinierungsausschusses der Jugendberufsagentur, Petra Lotzkat, am Projekttag vor Ort. Anschaulich berichteten die Teilnehmenden bei „come in“ aus der Praxis und schilderten einzelne Fälle: Der 21-Jährige Torben (Name d. Redaktion geändert) verlor seine Eltern mit 16 Jahren. Künftig wohnte er bei seiner Tante. Doch das angespannte Verhältnis trieb ihn aus dem Haus, der Gymnasiast schmiss die Schule hin, verschuldete sich und fand keinen Ankerpunkt in der Gesellschaft. Erst bei „come in“ erkannte er, was er wirklich erreichen wollte: ein selbstbestimmtes Leben, raus aus den Schulden, einen vernünftigen Schulabschluss und ein Studium. Bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des ESF-geförderten Projektes fand er die Unterstützung, die er brauchte. Strukturen, Begleitung bei Behördengängen, Schuldenberatung und die Möglichkeit, dass er sein Abitur über eine Fernschule nachholen kann. Dass es wichtig sei, auf dem Weg zu einem beruflichen Ziel zunächst vorhandene Hindernisse zu bewältigen, betonte Senatorin Leonhard. „Manchmal muss man den Weg erst frei machen, um dann das tun zu können, was man wirklich möchte.“

Die Geschichte von Aman (Name d. R. geändert) ist eine andere. Am Steilshooper Standort von „Jugend Aktiv Plus“ erzählt der 19-Jährige Afghane beim Open-Project-Day, dass er als unbegleiteter jugendlicher Flüchtling nach Hamburg kam. Er ist engagiert und will sich ein neues Leben aufbauen, nach drei Jahren spricht er fast fehlerfrei Deutsch. Über das Internet stieß er auf „Jugend Aktiv Plus“, hier half man ihm einen passenden Ausbildungsplatz zu finden. Aman wird künftig in pädagogischen Projekten arbeiten. Luisa (Name d. R. geändert) hat nach dem Fachabitur in der Berufswelt nicht Fuß fassen können. Vereinzelte Bewerbungsschreiben brachten nicht den erhofften Erfolg. Die Coaches von „Jugend Aktiv Plus“ motivierten die junge Frau, sich zunächst in einem von ihnen gesteuerten Reitprojekt zu engagieren, um ihrem Alltag eine Struktur zu geben. Schnell fand sie Freude an der Arbeit mit Tieren und Kollegen. Ein Aushilfsjob in einem Spielzeuggeschäft kam hinzu. Aktuell bewirbt sich die 20-Jährige auf verschiedene Ausbildungsberufe.

„Mit der Förderung durch den ESF und die Hansestadt“, darauf wies Petra Lotzkat abschließend hin, „werden jungen Menschen auf vielfältige und nachhaltige Weise Perspektiven eröffnet. Mit diesen Projekte können wir sie dabei unterstützen, wichtige Schritte zu einem selbstbestimmten, ökonomisch unabhängigen Leben zu machen.“