Herausforderungen gemeinsam meistern

Aktuelle Entwicklungen und Herausforderungen der Arbeitnehmerfreizügigkeit in Hamburg und Europa diskutierten heute europäische und nationale Fachleute aus Politik, Wissenschaft und Sozialwesen bei einer Fachkonferenz, die von der Behörde für Arbeit, Soziales, Familie und Integration (BASFI) sowie der ESF-geförderten „Servicestelle Arbeitnehmerfreizügigkeit“ von Arbeit und Leben Hamburg e.V. veranstaltet wurde.

Herausforderungen gemeinsam meistern

„Die Freizügigkeit ist zentraler Ausdruck des europäischen Gedankens. Sie ist zugleich eine Chance für den Hamburger Arbeitsmarkt. Wir sind mit unserem Fachkräftenetzwerk und dem vielfältigen Beratungsangebot für qualifizierte Arbeitsuchende gut aufgestellt. Dabei verlieren wir aber auch jene nicht aus dem Blick, die aufgrund nur geringer Qualifikationen auf dem deutschen Arbeitsmarkt kaum Chancen haben“, erklärt Senator Detlef Scheele. „Die Servicestelle Arbeitnehmerfreizügigkeit von Arbeit und Leben Hamburg e.V. ist dabei ein Stützpfeiler der Hamburger Hilfelandschaft. Insgesamt betrachtet können wir die mit der Arbeitnehmerfreizügigkeit einher gehenden Herausforderungen nur gemeinsam meistern.“

Um zugewanderte Arbeitskräfte in der Ausübung ihrer Rechte zu stärken, beauftragte der Hamburger Senat bereits vor dreieinhalb Jahren Arbeit und Leben Hamburg e.V. mit der Einrichtung der „Servicestelle Arbeitnehmerfreizügigkeit“, die mit eigenen Haushaltsmitteln (552.152 Euro) und aus dem Europäischen Sozialfonds (ESF; 472.746 Euro) finanziert wird.

Die heutige Fachkonferenz bot eine Plattform, um Chancen und Risiken der Arbeitnehmerfreizügigkeit zu analysieren und zukünftige Weichenstellungen für einen funktionierenden europäischen Arbeitsmarkt zu diskutieren. Verbindliche gesetzliche Vorgaben, die auch den Schutz vor Diskriminierung einschlössen, seien dafür zentrale Voraussetzungen, forderte Rüdiger Winter, Leiter des ESF-Projektes „Servicestelle Arbeitnehmerfreizügigkeit“.

Rund 160 Teilnehmerinnen und Teilnehmer besuchten die Fachkonferenz, darunter Vertreterinnen und Vertreter der Europäischen Kommission, des Europäischen Parlaments, des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales sowie von Konsulaten, Gewerkschaften und Unternehmen.

Hintergrundinformation

Die Arbeitsmigration ist für die mobilen Arbeitnehmer mit vielfältigen Herausforderungen verbunden. Bis Ende 2014 wurden durch die Servicestelle Arbeitnehmerfreizügigkeit rund 7.100 Beratungsgespräche geführt und mehrere hundert Gerichtsverfahren eingeleitet. Anlass waren prekäre Arbeitsverhältnisse sowie arbeitsrechtliche Fragen, gewerkschaftliche Angebote, soziale Absicherung, Tarife und Entlohnung.

Eines der Ziele des ESF-geförderten Projekts für Arbeitnehmerfreizügigkeit ist eine frühestmögliche Beratung mobiler Arbeitskräfte – in ihren Heimatländern wie in Hamburg – über die Rahmenbedingungen des deutschen Arbeitsmarktes.

Für Deutschland und die Hansestadt Hamburg bietet die Arbeitnehmerfreizügigkeit große Chancen. Im Mittelpunkt steht dabei die Schließung der Arbeitskräftelücke, die nach Meinung von Experten im Jahr 2030 bei 5 Millionen liegen wird: Eine große Gefahr für den Wirtschaftsstandort und den Wohlstand in Deutschland und damit auch in Hamburg.

Ende 2014 lebten 102.135 Personen aus anderen EU-Mitgliedsstaaten in der Hansestadt. Die meisten dieser Zuwanderer sind gut, häufig auch hoch qualifiziert. Mit einem Anteil von etwa 4,2 % an allen sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Hamburg bilden die Erwerbstätigen aus der EU eine wichtige Säule der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit der Stadt.

Rückfragen der Medien:

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Hamburger Straße 47 | 22083 Hamburg
T 040 42863 3959
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Behörde für Arbeit, Soziales, Familie und Integration
Marcel Schweitzer | Pressesprecher
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Tel.: +49 40 42863 2889 | M +49 170 990 56 15
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