Grußwort anl. der Feierstunde für die Träger der ESF-Projekte ab 2017 am 25. Januar 2017

Grußwort der Senatorin Frau Dr. Leonhard

Grußwort anl. der Feierstunde für die Träger der ESF-Projekte ab 2017 am 25. Januar 2017

– Es gilt das gesprochene Wort! – 

Meine sehr verehrten Damen und Herren, 

im Namen der Behörde für Arbeit, Soziales, Familie und Integration und damit im Namen der ESF-Verwaltungsbehörde begrüße ich Sie ganz herzlich zum Auftakt für die neuen ESF-Projekte im Zeitraum 2017 bis 2020!

Zunächst möchte ich allen anwesenden Vertreterinnen und Vertretern der neuen ESF-Projekte meine Glückwünsche übermitteln: Sie haben sich mit viel Engagement und Geduld sowie vor allem mit qualitativ hochwertigen Konzepten im ESF-Wettbewerbsverfahren 2016 durchgesetzt. Damit haben Sie in einem durchaus fordernden Auswahlverfahren Ihre ausgeprägte Expertise und Professionalität eindrucksvoll unter Beweis gestellt.

Das Ergebnis ist nicht nur für Sie als Träger der Projekte sondern auch für Politik und Verwaltung ein Erfolg. So können die Behörden gewiss sein, dass hochprofessionelle, engagierte und erfahrene Organisationen ihre Themen nachhaltig voranbringen. 
Mit der Vergabe von 33 neuen Projekten, haben die Hamburger Behörden gemeinsam mit der Agentur für Arbeit und dem JobCenter – team.arbeit.hamburg für die kommenden vier Jahre Investitionen in Menschen in Höhe von 70 Mio. Euro beschlossen. Davon stammt knapp die Hälfte aus dem Europäischen Sozialfonds. 

Das ist von großer Bedeutung, damit die Förderung auch die Menschen erreicht, die sie brauchen. Daher wollen wir die heutige Feierstunde auch zum Anlass nehmen, für die bisher geleistete Arbeit zu danken. 

Die zweite Förderrunde im Zeitraum 2014 bis 2020 zeichnet sich durch ein hohes Maß an inhaltlicher Kontinuität aus. In Abstimmung mit den beteiligten Behörden und den Wirtschafts- und Sozialpartnern, wurden viele Projektansätze ausgeschrieben, die schon in der ersten Förderphase von 2014 bis 2016 erfolgreich waren. 

Drei Dinge standen hierbei im Vordergrund: 

1. Der ESF kommt den Menschen zugute. 

Mit dem Hamburger ESF-Programm wird ausschließlich in Menschen investiert. Insgesamt werden etwa 45.000 Hamburgerinnen und Hamburger bis 2020 von den Angeboten profitieren. Die Bandbreite dieser Investitionen ist groß und deckt die Bereiche „Förderung hochwertiger und nachhaltiger Beschäftigung“ ebenso ab, wie die Themen soziale Eingliederung, Armutsbekämpfung, Bildung und Qualifizierung. 

2. Die ESF-Mittel werden gezielt zur Unterstützung der Strategien von Bürgerschaft und Senat eingesetzt. 

Das Hamburger ESF-Programm zeichnet sich durch eine enge Verknüpfung der europäischen Zielsetzungen mit den konkreten strategischen Ansätzen von Senat und Bürgerschaft aus. Damit ist der Mehrwert der ESF-geförderten Vorhaben für die Hamburger Politik sichergestellt.
 
3. Der Verwaltungsaufwand für die Zuwendungsempfänger wird auf dem niedrigst-möglichen Niveau gehalten. 

Die Umsetzung des ESF ist für alle Beteiligten komplex, vor allem aufgrund europarechtlicher Regelungen. Neben dem Verwendungsnachweisverfahren gehört hierzu auch die aufwändige Erfassung der teilnehmerbezogenen Merkmale, die wir mit vielen von Ihnen im Laufe des Jahres 2014 offen und konstruktiv diskutiert und zu einem guten Ergebnis geführt haben. 

Die BASFI hat hier einige Weichen gestellt, die für Sie das Arbeiten mit dem ESF vereinfachen. 

Dazu gehören: 

  • die Vorfinanzierung des ESF-Anteils aus dem Hamburger Haushalt, so dass keine Vorleistung der Träger nötig ist; 
  • der generelle Verzicht auf das Einbringen von Eigenmitteln 
  • Projektlaufzeiten von 3 bzw. 4 Jahren, was ein hohes Maß an Sicherheit und Planbarkeit erzeugt, 
  • die einmal jährlich bei Ihnen vor Ort stattfindenden Verwendungsnachweisprüfungen, die uns allen das aufwändige Verschicken von Belegen erspart und den Prüfungsaufwand zeitlich und räumlich konzentrieren und 
  • die Einführung einer auskömmlichen Pauschale für die indirekten Kosten, die den Dokumentations- und Nachweisaufwand spürbar gesenkt hat. 

In den ersten drei Jahren der Förderperiode haben mehr als 22.000 Hamburgerinnen und Hamburger an den Projekten teilgenommen. Die Hälfte der Teilnehmenden waren junge Menschen unter 25 Jahren. 

Unter anderem wurden: 

  • 2.200 junge Menschen wurden durch ESF-Projekte in Ausbildung vermittelt. 
  • 1.300 Menschen haben einen sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplatz erhalten. 
  • 4.400 Teilnehmende konnten im Rahmen der ESF-Projekte erfolgreich beruflich qualifiziert werden. 

Die Möglichkeiten im Hamburger ESF-Programm sind vielseitig und ermöglichen die Erprobung innovativer Problemlösungsstrategien entsprechend der Bedarfe in unserer Stadt. 

So gelingt es immer wieder, Systeme, die häufig neben-, statt miteinander arbeiten, zu einem kooperativen Ansatz zu bewegen, der sich auch nach Ende der ESF-Finanzierung verstetigt. 

Ein gutes Beispiel hierfür ist unser größtes, von der Lawaetz-Stiftung getragenes ESF-Projekt „Jugend aktiv Plus“. Ein wesentliches Merkmal dieses Projektes ist die Verknüpfung von Jugendhilfe und Arbeitsmarktpolitik, um so schwer erreichbaren Jugendlichen in prekären Lebenslagen nachhaltige Perspektiven in Richtung Ausbildung und Arbeit zu eröffnen. 
Mit ESF-Projekten werden zudem Zielgruppen in den Fokus gerückt, die eine besondere Ansprache benötigen. Im Projekt „Aufbruch“ von verikom etwa erhalten Opfer häuslicher Gewalt mit der erforderlichen Sensibilität und Vertraulichkeit intensive Unterstützung bei der Integration in den Arbeitsmarkt, die ihnen letztlich ein materiell selbstbestimmtes Leben ermöglichen soll. 

Auch mit kleinen Beträgen kann mit dem ESF individuell zugeschnittene, sinnvolle Unterstützung angeboten werden. So werden im Projekt „Hamburger Weiterbildungsbonus“ gezielt gering qualifizierte Beschäftigte durch intensive arbeitsmarktorientierte Weiterbildungsberatung und durch Zuschüsse zu den Weiterbildungskosten in ihrem beruflichen Fortkommen unterstützt. 

Bei allem Grund für eine positive Zwischenbilanz und für einen positiven Blick auf das, was mit dem ESF möglich ist, bleiben die Herausforderungen in der Arbeitsmarkt-, Sozial- und Bildungspolitik auch in Hamburg groß. 

Die Wirkung der ESF-Projekte sollte jedoch nicht unterschätzt werden. Es gibt zahlreiche Beispiele für im ESF-Kontext erprobte Herangehensweisen, die später Eingang in die Regelsysteme gefunden haben. 

Mir ist bewusst, dass einige Projekte im Zeitraum 2017 bis 2020 zum Teil mit weniger Mitteln auskommen müssen als von 2014 bis 2016. Auch wenn es uns in vielen Fällen gelungen ist, den daraus entstehenden Druck durch höhere städtische Kofinanzierungsbeiträge und durch eine Anpassung der zu erreichenden Ergebnisse abzumildern, bleibt es eine Herausforderung für Ihre Arbeit. Ich bin dennoch überzeugt, dass wir alle im Sinne unserer Zielgruppen wie bisher einen spürbaren Mehrwert mit den ESF-Projekten erzeugen werden. 

Vielen Dank!