„Meine Chancen in Hamburg“

In „Meine Chancen in Hamburg“ stellen sich ehemalige Teilnehmende aus den aktuellen Hamburger ESF-Projekten vor.

„Meine Chancen in Hamburg“

Katarzyna Odenbach, Jahrgang 1972, bildete sich mit Unterstützung der „3. Hamburger Qualifizierungsoffensive in der Altenpflege“ während ihrer beruflichen Tätigkeit als Pflegehelferin in einem Altenpflegeheim zur Gesundheits- und Pflegeassistentin weiter. Mit der verkürzten Ausbildung zur Altenpflegerin macht sie inzwischen den nächsten Schritt.

Wie ich zu dem Projekt gekommen bin
Meine Pflegedienstleitung hat mich auf das Projekt aufmerksam gemacht. Sie wollte ohnehin, dass ich mich weiterbilde. Und sie wusste, dass ich großes Interesse daran hatte. Also drückte sie mir die entsprechenden Unterlagen in die Hand und meinte, dass ich mich bei der „3. Hamburger Qualifizierungsoffensive“ melden solle. Ursprünglich wollte ich direkt die Ausbildung zur Altenpflegerin machen. Aber mein Schulabschluss reichte nicht. Also begann ich zunächst die Nachqualifizierung zur Gesundheits- und Pflegeassistentin (GPA).

Was ich im Projekt gelernt habe
Da ich nie zuvor in Deutschland eine Schule besucht hatte, habe ich zunächst mal die Strukturen kennengelernt. Zudem durfte ich, neben dem Stoff im Unterricht, auch mein Deutsch weiter verbessern. Und glauben Sie mir, die Umlaute und Artikel sind kein Vergnügen. Für den Alltag haben mir die Sprachkenntnisse schon mal mehr Sicherheit gegeben. Im Hinblick auf meine Arbeit hatte ich gedacht, dass ich eigentlich schon genug Erfahrung habe. Doch in der Schule lernte ich: Die Theorie ist nicht zu ersetzen. So bekam ich einen anderen, neuen Blick auf meine Arbeit, wodurch ich nun besser erkennen kann, welche Art Unterstützung die Bewohnerinnen und Bewohner brauchen.

Was ich seither geändert/umgesetzt habe
Ich kann nun besser auf die Bedürfnisse der Bewohnerinnen und Bewohner eingehen. Außerdem weiß ich nun, dass Prophylaxen das A und O sind und dass zur Pflege mehr gehört, als die Menschen bei ihrer Körper-Hygiene zu unterstützen oder diese zu übernehmen. Und ich kann besser das Wichtige vom Unwichtigen unterscheiden.

Was ich jetzt mache
Ich gehe weiter zur Schule! Direkt nach der GPA-Nachqualifizierung habe ich mit der verkürzten Ausbildung zur Altenpflegerin angefangen. Dass das mit der 3. Qualifizierung möglich war, hat mich wahnsinnig glücklich gemacht. Damit ist mein Ziel, Altenpflegerin zu sein, schon bald zum Greifen nahe.

Was mir am meisten gefallen hat
Die Schule zu besuchen hat meinen Horizont erweitert. Ich habe andere Blickwinkel und Meinungen kennengelernt und es sind Freundschaften zu Klassenkameraden entstanden. Mit manchen drücke ich noch heute die Schulbank. Außerdem hat mir der Unterricht gefallen, die Lehrkräfte haben es verstanden, uns sehr gut auf die Prüfungen vorzubereiten und uns auf eine gute, vielfältige Weise das Wissen zu vermitteln.

Was ich mir für meine berufliche Zukunft wünsche
Natürlich, dass ich das Examen zur Altenpflegerin bestehe. Außerdem wünsche ich mir, dass mehr Menschen, vor allem junge, sehen, was für einen tollen Beruf wir da ausüben. Und dass die Leute mehr Positives über unseren Job erzählen können – zum Beispiel, dass man nicht nur viel gibt, sondern, im menschlichen Sinne, auch etwas zurückbekommt. Man muss nicht Superman oder Superwoman sein, um da helfen zu können, wo es wirklich notwendig ist.