„Meine Chancen in Hamburg“

In „Meine Chancen in Hamburg“ stellen sich ehemalige Teilnehmende aus den aktuellen Hamburger ESF-Projekten vor.

„Meine Chancen in Hamburg“

Nach einer Ausbildung als Betreuungskraft in der Pflege und mehreren Jahren in der beruflichen Praxis erweiterte Fidan Onglu mit viel Interesse, Energie und der konkreten Hilfe des „Hamburger Weiterbildungsbonus“ ihr Arbeitsspektrum erheblich.

Wie ich zu dem Projekt gekommen bin

Durch meine Recherche auf Hamburgs Kursportal WISY für Fort- und Weiterbildungskurse bin ich auf den Kurs „Übungsleiterin für Seniorengymnastik und Kursleiterin für Gedächtnistraining“ gestoßen. Aufgrund meines Interesses hat mir das Jobcenter Hamburg eine Empfehlung für das "Hamburger Modell" gegeben. Über die Möglichkeiten des Hamburger Modells bin ich im Internet auf den "Hamburger Weiterbildungsbonus" gekommen. 

Was ich im Projekt gelernt habe
Zunächst habe ich im Rahmen des „Hamburger Modells“ eine Ausbildung zur Seniorengymnastik-Übungsleiterin gemacht und Inhalte für Gymnastikübungen gelernt. Beispielsweise Übungen mit verschiedenen Geräten wie  z.B. Ball, Tuch oder Seil, Zauberschnur oder Frisbeescheibe und zudem auch Spiele und weitere Übungen ohne Geräte. Damit habe ich mehr Möglichkeiten, die Erhaltung und Verbesserung der Beweglichkeit, die Kräftigung und Entspannung der Muskulatur und die Schulung der Koordination der älteren Menschen zu fördern. Wichtig ist das Erhalten der Mobilität der Seniorinnen und Senioren, aber auch das fröhliche Zusammensein. Mit Unterstützung des „Hamburger Weiterbildungsbonus“ folgte dann die Qualifikation zur Kursleiterin für Gedächtnistraining.

Mit unterschiedlichen Trainingskonzepten kann ich nun verschiedene Zielgruppen trainieren – wie Menschen mit Demenz, Kinder, Jugendliche, Hirnverletzte jeden Alters oder Menschen 50 plus – und spezielle Angebote machen für Berufstätige oder im Bereich Gesundheit, Wellness, Tourismus. Bei den Zielgruppen sind Erfolge sichtbar, wie beispielsweise eine Steigerung des assoziativen Denkens, die Anregung von Fantasie und Kreativität und die Verbesserung von Konzentration, Wahrnehmung oder Wortfindung.

Was ich seither geändert/umgesetzt habe
Ich kann im Rahmen meiner Tätigkeit als Betreuungskraft in der Tagespflege St. Georg nun ein breiteres Angebot ausüben und spezifischer auf Bedürfnisse der Senioren eingehen. Vergangene Abläufe habe ich geändert, indem ich Neues hinzugefügt habe wie erwärmende und auflockernde Übungen zur Einstimmung, das Arbeiten mit dem ganzen Körper oder Übungen mit Handgeräten. Durch die Fortbildung kann ich die Übungen besser leiten, dadurch sind bei mir mehr Teilnehmer aus anderen Übungsgruppen dazugestoßen.

Durch die Ausbildungen wurden währenddessen und danach meine deutschen Sprachkenntnisse verbessert. Die Zusatzqualifikation erhöht meine Chance bzw. die Nachfrage von Arbeitgebern, dauerhaft in diesem Berufsbild als Betreuungskraft arbeiten zu können. Ich habe dadurch ein sicheres Tätigkeitsfeld.

Was ich jetzt mache
Ich absolviere im Herbst das dritte Modul der dreistufigen Fortbildung – verteilt über ein Jahr – als Kursleiterin für den Bereich Gedächtnistraining.

Was mir am meisten gefallen hat
Mir gefällt es, dass ich die Kursinhalte weiterhin anwenden und das erlernte Wissen als Grundlage für meine tägliche Arbeit nutzen kann. Dadurch habe ich auch mehr Spaß daran, eine Gruppe zu leiten. Ich bin sehr froh, dass ich zwei Ausbildungen wie die Seniorengymnastik und das Gedächtnistraining machen durfte, dadurch habe ich eine feste Gruppe übernommen und mit betroffenen Menschen besser arbeiten können. Zudem hatte ich durch die Weiterbildung die Möglichkeit, mich mit anderen Teilnehmern auszutauschen, die überwiegend im selben Bereich arbeiten wie ich. Dies ermöglichte mir auch, mein vorheriges Wissen mit ihnen zu teilen und umgekehrt.

Was ich mir für meine berufliche Zukunft wünsche
Ich wünsche mir, dass mehr türkischsprachige Menschen von der Tagespflege erfahren und an den Angeboten bzw. Übungen teilnehmen, wodurch ich meine Zweisprachigkeit einsetzen kann und dadurch auch mehr Verantwortung übernehme. Und ich wünsche mir, Menschen zu helfen und damit meinen Lebensunterhalt selbst finanzieren zu können.